Verpflichtungen abbauen 11


Heute schreibe ich über ein Thema dass nicht direkt mit Aktien zutun hat, sehr wohl aber mit dem persönlichen Reichtum. swing-1218654_640

 

 

Was ist wichtig?

Häufig funktioniert man in seinem Leben einfach nur. Man steht täglich auf, geht arbeiten, kommt nach Hause, ließt ein paar Seiten oder schaut etwas fern und schwups ist schon wieder ein Jahr vergangen.

 

 

 

Das Leben rast an einem vorbei, aber man kommt nicht richtig voran und ist auch nicht unbedingt glücklich mit dem was ist.

Aber was ist im Leben eigentlich wichtig? Was braucht man, was ist Luxus und was ist vielleicht sogar überflüssig?

Ich habe im Urlaub das Buch Der Mann ohne Geld: Meine Erfahrungen aus einem Jahr Konsumverweigerung gelesen und es hat mich zum Nachdenken angeregt.

 

Die Zeit

Der Autor Mark Boyle lebte ein Jahr komplett ohne Geld und nimmt einen mit auf diese Reise. Ich habe auch nachdem ich das Buch gelesen habe viel darüber nachgedacht und habe für mich festgestellt, dass für mich die Zeit das wichtigste ist. Zeit ist das einzig endliche in unserem Leben. Geld ist für mich wichtig, aber nicht um mir irgendwelche Luxusgüter zu kaufen, sondern um mir Zeit und Unabhängigkeit zu kaufen.

Ich möchte gerne weniger arbeiten und mehr Zeit mit Menschen verbringen die mir wichtig sind, mehr Sport machen und einfach frei verfügbare Zeit für mich haben.

 

Das Alter

Ich habe mich vor ca. einem Jahr mit einem entfernten Verwandten unterhalten. Er ist etwa 75 und war früher Vertriebschef bei einem Kunststoffunternehmen. Er sagte mir, dass er sein Leben lang nur gearbeitet hat und die Arbeit in der Vergangenheit für ihn immer auf Platz 1 gestanden hat. Wenn er heute auf sein Leben zurück blickt merkt er, dass seine Kinder mittlerweile selbst Familien haben und er davon viel zu wenig mitbekommen hat und er sich auch gesundheitlich für den Job verausgabt hat.

Ich stelle mir die Frage, ob die Arbeit und das Geld wirklich so wichtig im Leben ist, dass man etwa 40% seiner Lebenszeit dafür aufwendet.

Zudem sehe ich es so, dass ich jetzt jung und gesund bin. Wir haben heute Frieden in Deutschland und leben in einem tollen Umfeld.

 

Das Leben auf später verschieben

Es ist wichtig auch an die Zukunft zu denken, für das Alter vorzusorgen und nicht alles auf den Kopf zu hauen. Ich will nicht zum „Lebe heute, was morgen ist, das ist egal“-Denken aufrufen, aber ich finde es wichtig, dass man nicht sein ganzes Leben auf die Zukunft verschiebt und alles in Zukunft erleben möchte. Leben ist jetzt.

 

Die Umsetzung

Wahrscheinlich nehmen sich die meisten Menschen an Silvester vor, nächstes Jahr mehr Zeit zu haben und sich nicht mehr so viel Stress zu machen. Leider verlieren sich die guten Vorsätze häufig spätestens dann, wenn man wieder in seinem Alltag steckt.

Die Umsetzung ist wichtig. Man muss für sich erkennen, was belastet, was befreit und dann handeln.

 

Verpflichtungen abbauen

Verpflichtungen bremsen uns aus und verhindern das Gefühl der Freiheit. Durch Kredite, enormen Besitz und Termine entstehen immer mehr Verpflichtungen im Leben die alle Aufmerksamkeit und Zeit binden.

 

1. Den Terminkalender leer bekommen

-Muss man wirklich immer in endlosen Meetings sitzen die eh zu nichts führen? Kann man vielleicht auch mal ein Meeting ausfallen lassen und stattdessen die Angelegenheiten per E-Mail klären?

-Muss man ohne Ende Arbeiten um seinen Lebensstandard aufrecht zu erhalten oder kann man vielleicht seine Verpflichtungen reduzieren und dank des weniger an Kapitalbedarf auch beruflich einen Schritt zurück gehen?

 

2. Die Wohnung leer bekommen

Mit Anfang 20 wohnen viele noch in einem kleinen WG-Zimmer und sind glücklich. Mit Anfang 30 bewohnt man oft eine Wohnung die 5 mal so groß ist, wie das WG-Zimmer und mit Anfang 40 hat man oft ein Haus was vom Platz her gefühlt gerade so ausreicht. Sind die Kinder raus, füllt sich das Haus von ganz alleine weiter und mit 70 besitzt man so viele Dinge, dass man gar keine Freizeit mehr hat weil man nur putzt und aufräumt und das obwohl man Rentner ist und eigentlich den ganzen Tag Zeit hat.

Wir häufen in unserem Leben in der Regel immer mehr Dinge an, auf die wir (so meinen wir) nicht mehr verzichten wollen. So kommt es, dass viele Menschen über die Jahre ihre Wohnung oder ihr Haus so voll gestopft haben, dass wirklich nichts mehr hinein passt.

Wir wollen immer mehr und nehmen den Besitz oft viel zu wichtig. Unsere Gesellschaft ist darauf ausgelegt immer mehr zu wollen. Tolle Kleidung, hier ein paar Inliner die nur im Schrank herum fliegen und dann selbstverständlich das neueste iPhone.

 

3. Den Freundes- und Bekanntenkreis überprüfen

Unsere Freizeit verbringen wir häufig mit Freunden und Bekannten. Ich habe einen relativ großen Freundes- und Bekannten-Kreis.

In den letzten Wochen habe ich einfach mal alle meine Beziehungen in Frage gestellt und mir ist bewusst geworden, dass ich mit manchen Menschen die ich sehr gerne mag viel zu wenig Zeit verbringe, mit anderen Menschen wo mir die Beziehung nichts bringt und auch nicht wichtig ist, hingegen viel zu viel. Hier konzentriere ich mich jetzt auf die wichtigen Menschen. Das sind nicht viele, aber auf diese kommt es an.

 

4. Aktionen

Ich denke, man sollte, anstatt sich den Terminkalender und die Wohnung/ das Haus immer weiter vollzustopfen genau das Gegenteil tun und jedes Jahr! 2 wichtige Dinge festlegen die man LOSWERDEN will.

Ich habe beispielsweise mein Auto abgeschafft, habe meine überflüssigen Bücher gebraucht verkauft und ich werde in Zukunft nicht mehr so viel Zeit auf den Baustellen (Inbetriebnahme) verbringen.

 

Fazit

Wir haben zwar noch nicht Japanische Verhältnisse, wo das Karoschi (das Arbeiten bis zum Tod) gang und gebe ist, trotzdem verbringen wir zu viel Zeit mit der Arbeit und packen unser Leben bis zum Anschlag voll (natürlich auch dank der kontinuierlichen Stimulation durch die Werbung).

Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, dass ich mein Leben verschlanken werde und im hier und jetzt bewusster leben und meine Zeit vor allem mit Menschen verbringe die ich mag.

 

Das Buch was mich zum Nachdenken angeregt hat bekommst du Hier:

Was denkst du über die Verpflichtungen im Leben und was fällt dir ein, dass du in deinem Leben zum positiven verändern könntest?


Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

11 Gedanken zu “Verpflichtungen abbauen

  • Markos

    Hi Ric, es gibt ja auch nicht wirklich eine Work-Life Balance wie man es lesen kann. Man kann Arbeit und Leben nicht trennen, da die Arbeit nun mal für die meisten Menschen bestandteil des Lebens ist. Wichtig ist, dass man so wie Du (ich habe es schon vor Jahren gemacht) sich selber fragt, was man wirklich vom Leben will und dann darauf hinarbeitet. Es bringt nichts – weder Dir, Deiner Familie, Deinen Freunden, wenn Du 60-80 Std. die Woche arbeitest … Was ist mit Deinem Ziel Frei mit 42? Willst du das trotzdem noch verfolgen?

    • Ric Beitragsautor

      Hallo Markos,

      mein Ziel: frei-mit-42 steht natürlich immer noch! Was ich ändern möchte ist nicht mein Ziel, sondern die Art und Weise wie ich es erreichen möchte. 😉
      Ich kann den Weg entweder rennen wie bisher oder ich gehe entspannt aber dafür überlegter.

      Viele Grüße
      Ric

  • Julia (Finanzblogleserin)

    Volle Zustimmung. Ich habe einige von deinen Anregungen schon umgesetzt:
    – ich bin Mitte 30 und lebe glücklich in einem WG-Zimmer. In den letzten zwei Jahren habe ich viel Kram ausgemistet: Bücher, Kleidung, Krimskrams. Es tut so gut.
    – meinen Vollzeitjob habe ich auf 90% reduziert, so habe ich jeden zweiten Freitag frei.
    – bei privaten Terminen schaue ich, dass ich nicht zu viele habe und genug Zeit bleibt, die nicht verplant ist. Auch wenn es Dinge sind, die Spaß machen, kann das zu Freizeitstress führen
    – Freundschaften pflege ich ohnehin nur wenige die mir wichtig sind. Das ist irgendwie bei mir automatisch so.

    Traurig aber wahr, für viele Menschen ist die Arbeit im Leben das mit Abstand wichtigste. Ich erlebe es immer wieder, dass Menschen Samstag abends auf einer Party oder nach 3 Tagen Urlaub ständig von ihrer Arbeit erzählen.

    Ein Kollege von mir meinte mal: nach vielen Jahren in der Firma kriegst du einen feuchten Händedruck zum Abschied, nach ein paar Wochen wird deine Stelle neu besetzt und nach ein paar Monaten bist du schon vergessen.

    • Ric Beitragsautor

      Hallo Julia,

      das klingt gut. Ich denke jeder muss für sich selbst entscheiden wie weit er vereinfachen möchte, aber grundsätzlich tut es jedem gut.

      Diese Menschen kenne ich auch…

      Das stimmt. Wenn in unserer Firma jemand zu Besuch kommt der seit 3 Jahren in Rente ist, hat erstens keiner Zeit für ihn und die neuen Leute kennen ihn gar nicht. Wirklich glücklich wirken die Rentner die Jahrzehnte für die Firma gegeben haben nicht aus…

      Viele Grüße
      Ric

  • Markus

    Hallo Ric,

    bin von Anfang an stiller Mitleser deines Blogs. Schade finde ich in letzter Zeit nichts von dir zu hören.
    Wirst du demnächst mal wieder was schreiben?
    Würde mich freuen von dir zu hören.

    Gruß Markus

    • Ric Beitragsautor

      Hallo Markus,

      danke für deinen netten Kommentar.
      In letzter Zeit gab es bei mir einiges was meine Aufmerksamkeit erforderte, darum habe ich in letzter Zeit keine Artikel mehr veröffentlicht.
      Jetzt scheint sich das Fahrwasser aber wieder etwas zu glätten und ich werde wieder deutlich mehr Zeit in meinen Blog stecken.

      Viele Grüße
      Ric

  • Johannes

    Hallo Ric!
    Ich denke ein guter Mix ist die beste Alternative. Damit meine ich nicht unbedingt, dass man konstant von allem etwas haben sollte, sondern die Verwendung der Zeit anhand der eigenen Lebensphase orientiert (soweit man dies beeinflussen kann). Wichtig ist, dass man im hier und jetzt lebt und versucht die Dinge zu tun, die einem Spaß machen! Ein roter Faden ist jedoch wichtig, um längerfristige Ziele (wie z. B. die finanzielle Freiheit zu erreichen) erreichen zu können.

    • Ric Beitragsautor

      Hallo Johannes,

      ich sehe es Ähnlich wie du. Ein roter Faden ist sehr wichtig und um diesen zu haben braucht es unbedingt langfristige Ziele.
      Viele Menschen in meiner Umgebung wissen nicht was sie wollen, sind sich aber sicher, dass sie es nicht haben.
      Nur wer auch weiß wohin die Reise gehen soll (also Ziele für 1, 3, 5 und 10 Jahren) kann sich langfristig ausrichten und seine Ziele am Ende auch erreichen.
      Aber wie du schon sagst darf das Hier und Jetzt nicht zu kurz kommen.

      Viele Grüße
      Ric

  • Alex

    Ich denke jeder von uns sollte in seinem Leben mal gründlich „aufräumen“. Sei es in der eigenen Wohnung bzw. im eigenen Haus oder im Freundeskreis. Viel zu lang schleppen wir Sachen mit uns rum, die wir eigentlich gar nicht brauchen. Ric, vielleicht kennst du das Lied von Silbermond „leichtes Gepäck“. Es handelt genau von dem, was du ansprichst: Verpflichtungen abbauen, ausmisten usw. Ich fand’s sehr passend.

    LG Alex

  • K.

    Ich habe vor kurzem (temporär) die Abteilung gewechselt. Zwar kenne ich die Summe noch nicht, aber ich schätze das ich ca. 100-250 EUR pro Monat weniger verdienen werde, je nach dem. Dafür komme ich aber entspannter nach Hause und kann den Nachmittag etwas besser nutzen. Der Job ist zwar immer noch anstrengend, dafür aber nicht so dass ich einen wichtigen Teil meiner freien Zeit nicht mehr nutzen kann.
    In Hinblick auf baldige/zukünftige Kinder sehe ich dies positiv, da ich so mehr Zeit und Energie für diese haben werde. Diese Kinderzeit möchte ich nicht missen und nicht wegen zu viel Arbeit keine Zeit für unseren Nachwuchs haben. Auch wenn es „Geld kostet“.

    Als eventuellen Nachteile sehe ich, das ich in der anderen Abteilung nicht mehr so gefordert bin. Man muss zwar viel wissen und können aber dank der „Vorblidung“ aus der vorherigen (minimal besser bezahlten) Abteilung, kann ich das entspannter angehen. Es fehlt etwas der Reiz der „Komplexität“/Anforderung/Eigenständigkeit in der anderen Abteilung, aber ich hoffe das ich diese nun frei gewordenen Engagement-Energien im privaten oder nebenberuflichen Bereich mehr entfalten kann. Dort ist zusätzlich auch noch die Wertschätzung und der Benefit (welcher Art auch immer) größer bzw. überhaupt gegeben im Vergleich zum Hauptberuf.

    Es ist noch nicht die optimale Lösung, aber ein erster Schritt in eine neue Richtung und in Richtung Wohlfühlfaktor. Weitere Schritte werden sein: längerfristige Versetzung (liegt nicht in meiner Hand), ggf. nebenberuflich neue Berufsfelder erschließen oder gar einen ganz neuen Hauptjob anstreben (sofern attraktiv und vefügbar(!)) sowie ganz klar wichtige Zeit mit Nachwuchs und Familie.

    Denn das Aufreiben und Aufarbeiten im Job dankt einem keiner und meine langfristige Gesundheit auch nicht. Das sind es mir die paar Euros wert, auch wenn ich sie natürlich als zukünftiger Familienvater gerne mitgenommen hätte. Aber das lässt sich anders ausgleichen und trotzdem zufrieden leben.