Test: Wie ist deine finanzielle Bildung? 8


Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat einen einfachen Test bestehend aus 5 Fragen entwickelt um herauszufinden, wie finanziell gebildet ein Mensch ist. pencil-918449_1920

 

Finanzielle Bildung

Die finanzielle Bildung ist meiner Meinung nach enorm wichtig um im Leben gut klar zu kommen. Gerade Menschen ohne finanzielle Bildung bekommen häufig finanzielle Probleme und sind verschuldet.

 

 

 

 

 

Unter der finanziellen Bildung versteht man die Fähigkeit, zu verstehen wie Geld funktioniert, wie man mit Geld umgeht, wie man es investiert und wie man mit Risiko umgeht. Man geht davon aus, dass eine bessere finanzielle Bildung der Bevölkerung zu einer höheren wirtschaftlichen Stärke eines Landes beiträgt und auch der Wohlstand höher ist. Zudem ließe sich durch eine gute finanzielle Bildung die Rentenlücke meiner Meinung nach verkleinern.

Leider ist die Motivation des Staates gerade in Deutschland nicht groß, dass die Bürger gut finanziell gebildet sind. Das mache ich daran fest, dass in der Schule keine finanzielle Bildung erfolgt und Jugendliche aus der Schule ins Leben entlassen werden, ohne dass sie wissen was ein rechtsgültiger Vertrag ist, auf was man bei einem Handyvertrag achten sollte, wie Kredite funktionieren, was die Schuldenfalle ist, wie Geldanlage funktioniert und wie man ein Haushaltsbuch führt.

 

Der Test

Das McGraw Hill Financial Global Institute hat sich zum Ziel gesetzt weltweit ein nachhaltiges Wirtschaften zu fördern und die finanzielle Bildung zu fördern. Dazu nutzen sie Daten aus weltweiten Quellen, führen Analysen durch und informieren öffentliche politische Debatten. Quelle

Zusammen mit Standard & Poor’s hat das McGraw Hill Financial Global Institute einen einfachen Test entwickelt, um festzustellen, wie sich die finanzielle Bildung weltweit entwickelt. Dabei wurden im Jahr 2014 mehr als 150.000 Erwachsene in 148 ! Ländern befragt.

 

Die Ergebnisse

Die Ergebnisse sind erschütternd, denn weltweit ist nur einer von 3 Menschen finanziell gebildet (33%) und besteht den Test. Schauen wir uns die Ergebnisse der einzelnen Länder einmal an:

  • China: In China haben nur 28% den Test bestanden und sind somit finanziell gebildet.
  • USA: In den USA sind mehr Menschen als in China finanziell gebildet, trotzdem sind es nur 57%
  • Südamerika: Hier sind 31% der Menschen finanziell gebildet
  • Indien: In Indien sind es noch weniger als in China, denn hier sind nur 24% finanziell gebildet.
  • Russland: In Russland sind 38% der Menschen finanziell gebildet
  • Europa: In Europa sind 55% der Menschen finanziell gebildet
  • Afrika: Am schlechtesten schneidet Afrika ab mit einer finanziellen Bildung von nur 15% Quelle und Quelle

 

Die Ergebnisse im Detail

Schauen wir uns die Ergebnisse etwas detaillierter an:

  • China: Hier ist zu beobachten, dass vor allem die jüngeren mit 35% besser gebildet sind als die älteren mit nur 19%. Zudem sparen weniger als 61% der Chinesen für das Alter.
  • USA: Der Unterschied der finanziellen Bildung ist vor allem in den USA groß, so sind 62% der Männer finanziell gebildet, jedoch nur 52% der Frauen. 45% der US-Amerikaner sparen für das Alter. 62% der Amerikaner haben einen Kredit um ein Haus zu finanzieren, von denen beantworten jedoch nur 32% die Fragen zu den Zinsen korrekt.
  • Asien: In Asien ist der Unterschied zwischen den Ländern am größten. So liegt die finanzielle Bildung in Singapur etwa bei 59%, in Kambodscha hingegen nur bei 18%
  • Indien: Die Inder sind sehr schlecht finanziell gebildet, trotzdem haben 47% der Inder ein Bankkonto. von diesen 47% sind jedoch nur 20% finanziell gebildet.
  • Russland: Die Russen sind zwar finanziell nicht gut gebildet, jedoch mit 38% besser als der Durchschnitt der BRICS-Staaten mit nur 28% (BRICS= Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika)
  • Afrika: In Summe ist Afrika sehr schlecht finanziell gebildet. Eine Ausnahme bildet Südafrika. So liegt die finanzielle Bildung in Südafrika bei 42% und in Botswana sogar bei 52%. Quelle und Quelle

 

  • Weltweit: Im Durchschnitt sind nur 33% der Menschen auf der Welt finanziell gebildet. 35% der Männer und nur 30% der Frauen.
  • Die schlechteste finanzielle Bildung ist in Afghanistan und Albanien zu finden. Dort haben nur 14% der Menschen den Test bestanden.

 

Spannend sind die Ergebnisse in Europa, denn hier gibt es ein großes Gefälle:

  • Nordeuropa: In Nordeuropa sind über 65% der Menschen finanziell gebildet
  • Südeuropa: In Südeuropa hingegen sind weniger als 26% der Menschen finanziell gebildet.
  • Am besten schneiden in Europa Norwegen Dänemark und Schweden mit je 71% ab.
  • Deutschland liegt mit 66% im oberen Mittelfeld hinter England mit 67%
  • Am schlechtesten sind die Ergebnisse in Rumänien wo nur 22% der Menschen die Fragen richtig beantworten konnten. Etwas besser, aber nicht viel ist die finanzielle Bildung in Portugal mit 26%
  • 51% der Menschen in der EU sorgen für das Alter vor. Am wenigsten sparen die Menschen in Griechenland, hier sind es nur 9%.
  • In der EU ist die finanzielle Bildung von Männern mit 56% besser als die von Frauen mit nur 48%. Quelle und Quelle

 

Die Fragen

Der Test um die finanzielle Bildung zu ermitteln besteht aus den 5 folgenden Fragen zu 4 Themen. Wer davon 4 Themen richtig beantwortet hat den Test bestanden.

  • 1. Diversifikation: Angenommen du hast etwas Geld angespart. Wäre es besser das gesamte Geld in ein Unternehmen zu investieren oder kleinere Summen in verschiedene Unternehmen?
  • 2. Inflation: Angenommen in 10 Jahren haben sich die Preise aller Waren durch die Inflation verdoppelt. Dein Einkommen verdoppelt sich genauso. Bist du in 10 Jahren in der Lage dir mit deinem Einkommen das gleiche zu leisten wie heute, mehr oder weniger?
  • 3. Zins: Angenommen du leihst dir 100 USD. Welche Summe ist geringer, 105 USD oder 100 USD plus 3 Prozent?
  • 4. Zinseszins: Angenommen du gibst dein Geld der Bank die dir eine Verzinsung von 15% im Jahr verspricht. Bekommst du im zweiten Jahr mehr Geld als im ersten Jahr oder genauso viel?
  • 5. Zinseszins: Angenommen du hast 100 USD auf deinem Konto und die Bank fügt jedes Jahr 10% hinzu. Wie viel Geld hast du nach 5 Jahren auf dem Konto. Genau 150 USD, mehr als 150 USD oder weniger? Quelle

 

 

Die Antworten

Hier nun die Antworten

  • 1. Es ist besser, seine Investitionen auf mehrere Unternehmen zu verteilen
  • 2. Du kannst dir genauso viel leisten wie heute
  • 3. 100 USD plus 3 Prozent sind 103 USD und somit weniger als 105 USD
  • 4. Dadurch, dass der Zins aus dem ersten Jahr im zweiten Jahr mit verzinst wird, bekommst du im zweiten Jahr mehr als im ersten.
  • 5. Du hast durch den Zinseszins mehr als 150 USD, da sich die Zinssumme jedes Jahr um den Zins aus dem vorherigen Jahr erhöht.

 

Wie hast du abgeschnitten? Was denkst du über den Test und wie schwer hast du die Fragen empfunden?


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8 Gedanken zu “Test: Wie ist deine finanzielle Bildung?

  • wirtschaftswaise

    Beim Inflations-Thema dachte ich, es sei eine Fangfrage und habe rumüberlegt und bei der Zinseszinsaufgabe musste ich angestrengt im Kopf rechnen.

    Ansonsten ein guter, simpler Test mit den zu erwartenden grausigen Ergebnissen.

    Ich finde es übrigens ermutigend zu wissen, dass man den eigenen Kindern offenbar jenseits von Schule und Berufsausbildung durch ‚heimische‘ finanzielle Bildung einen echten (Wissens-)Vorteil gegenüber vielen Mitmenschen verschaffen kann.

  • O.T.

    Schockierend die Ergebnisse für einen derartig simplen Test.
    Da wird einem klar, warum die ganzen Abzocker ein so leichtes Spiel haben.

  • Chrisi

    Hi.

    Die Fragen waren nur lächerlich. Naja bei der Inflation hab ich auch auf eine Fangfrage gewartet und herumgerechnet. Aber auch meine Ma hat 5 von 5 richtig. Alles Hausverstand.
    Einerseits erschreckend, das die Ergebnise so schlecht sind. Andererseits erklärt der simple Test die hohen Ergebnise in Europa, vor allem in Deutschland und Österreich.
    Und zur finanzielen Bildung: Ich hab mit meinen Neffen/Nichten kürzlich „Spiel des Lebens“ gespielt. Natürlich mit Kredit-/Bankkarte damit man nicht mehr rechnen muss. Da wird man automatisch zum Milionär, da kann man gar nicht so blöd tun.
    In meiner Kindheit habe ich das Spiel auch gespielt. Mit Scheinen damit man sieht was man hat. Mit selber rechnen müssen und vor allem hatte man Mühe in der Pension nicht pleite zu gehen.
    Vermutlich sind Monoplolie und DKT auch schon so verändert worden, das man nur gewinnt. Den die Jugend und Kinder wollen ja ein Erfolgserlebnis ohne was dafür zu tun. Siehe auch die PC-/Spielkonsolengames die auf der Normalen Schwierigkeitstufe schon leicht durchzuspielen sind.

  • Alexander

    Bedingt durch mein/unser „Fachwissen“ vermutet bzw. interpretiert man natürlich vieles in die Fragen hinein. Kann es sein, dass so leichte und logische Fragen gestellt werden? In Hinblick auf die Untersuchung, habe ich mich einfach ganz klar an die Fragen gehalten und sage und schreibe alle 5 richtig beantwortet. Der Test ist erschreckend einfach und trotzdem scheitern viele Leute. Wobei Frage 1 könnte man auch dahingehend beantworten, dass es klug wäre, alles in ein fantastisches Unternehmen zu investieren (WB würde es so machen). Wobei da der Begriff Diversifikation umgangen wird. Ich könnte mir gut vorstellen, dass gerade beim Zinseszins die Meisten (auch Deutschen) scheitern.

  • Ex-Studentin

    5/5, wobei ich mich bei 4. gefragt habe, ob hier wirklich vom Zinseszins ausgegangen wird oder ob man damit nicht Festgeld beschreibt, wo nur die Grundsumme verzinst und der Zins immer ausgezahlt wird.

    • Dummerchen

      Ja, habe an der Stelle ähnlich überlegt. Zumal es Banken gibt, die eben keinen Zinseszins bezahlen und zum Laufzeitende die Zinsen am Stück gutschreiben. Falls in der offiziellen Fragestellung allerdings das Wörtchen Zinseszins vor der Frage genannt wurde, sollte die Zielsetzung ja klar gewesen sein.
      Die Übersetzung ins deutsche ist bei Frage 1 allerdings unglücklich: im Original ist von „safer“ die Rede. Das mit „besser“ zu übersetzen, ist – wie ja schon von einem anderen Kommentatoren bemerkt – ziemlich unscharf.

  • Felix

    Als kleiner Schlaumeier bin ich bei Frage 2 ins Stocken gekommen.

    Thema „Kalte Progression“
    Eine absolute Steigerung des Gehaltes KANN zu einer Steuermehrbelastung führen,
    wenn die Eckwerte nicht an die Preissteierungsrate angepasst werden.
    Also könnte ich mir weniger leisten, wenn Inflation und Gehalt gleich ansteigen.

    Aber sonst schöne Fragen, die jeder deutsche Schüler in der Mittelstufe mal beantworten sollte.
    Oberstufenschüler würden sicher ähnlich kompliziert wie ich dahin schwafeln :)

    • Dummerchen

      Als Schlaumeier hätte dir bewusst sein müssen, dass es sich um eine weltweite Umfrage handelt, die verschiedene Steuersysteme berücksichtigen müsste und dein Um-die-Ecke-denken damit aussen vor bleiben muss ;-).

      Liebe Grüße
      Dummerchen

      PS: Bin ein Fan deiner Blogroll-Seite. Wird es zukünftig eine Abo-Möglichkeit geben, wenn neue Artikel verlinkt werden? Ich bin zwar bei einigen Blogs auch direkt eingetragen, möchte dies aber nicht auf alle erweitern…