Selbstverantwortung 9


Heute ein Beitrag mit einem psychologischen Aspekt über das Thema Selbstverantwortung.

sokaeiko  / pixelio.de

sokaeiko / pixelio.de

 

Kennst du das?

Jeder Mensch möchte glücklich sein und sein Leben selbst in die Hand nehmen. Aber jeder Mensch hat auch Lebensbereiche in denen er auch mal keine Verantwortung übernimmt und das mit der Selbstverantwortung nicht so hin bekommt. Jeder denkt sich manchmal:  „Das schaffe ich nicht“, „ich bin nicht gut genug“ oder „darin bin ich einfach nicht begabt“. Auch immer wieder gut: „Ich war schon in der Schule schlecht in Mathe“ oder „Ich hatte immer schon Prüfungsangst“. Dieses Denken sorgt dafür, dass man sich selbst als Verlierer sieht. „Ich hab keine Ahnung von Finanzen, ich bin einfach nicht schlau genug“. Durch solche Schlussfolgerungen fühlt man sich hilflos und irgendwann fängt man an in manchen Lebensbereichen zu resignieren.

 

Auch der Staat fördert es keine Verantwortung zu übernehmen:

Arbeitslosengeld, gesetzliche Rente, Harz 4, Kindergeld, Subventionen. Der Staat fördert bewusst Bereiche von denen er möchte, dass diese wachsen oder sich weiter entwickeln. Weiterhin hilft der Staat gezielt Menschen damit Sie nicht ihre Existenz verlieren. Wir haben in Deutschland ein Solidaritäts-und Fürsorgeprinzip. Ich finde es gut, dass wir solche Prinzipien haben und diese auch umgesetzt werden. Warum? Diese Prinzipien sorgen dafür, dass wir alle ein menschenwürdiges Leben führen können. Egal welchen Voraussetzungen wir haben, aus welcher Familie oder Umgebung wir kommen.

Weiterhin hilft, finde ich die Gewissheit, dass man zwar fallen kann, aber es ein Sicherungsnetz gibt und man somit die Möglichkeit hat wieder auf zu stehen.

Aber kein Vorteil ohne Nachteil.

Um dieses System am Laufen zu halten und dies bei steigenden Kosten, müssen entweder die Einnahmen also die Steuern erhöht werden was aber auch nur begrenzt möglich ist, oder die Ausgaben in anderen Bereichen wie etwa der Bildung oder Infrastruktur müssen gekürzt werden.

Der größte Nachteil dieser Solidaritäts- und Fürsorgesysteme liegt jedoch darin, dass der Staat dadurch eine Abhängigkeit der Bürger schafft. Ein Beispiel: Jemand der sich an die monatliche Zahlung des Kindergeldes gewöhnt hat, wird laut protestieren wenn die Zahlung einmal nicht eintreffen sollte, oder wird eine Partei die das Kindergeld abschaffen möchte nicht wählen. Ein weiteres Beispiel: Der 55 jährige Harz 4 Empfänger der seit 15 Jahren von Harz 4 lebt und sich schon so weit vom Arbeitsmarkt entfernt hat, dass er keine Anstellung mehr findet, wird keine andere Möglichkeit haben als sich auf den Staat zu verlassen.

Diese Abhängigkeit sorgt dafür, dass die Motivation der Menschen sich aus der Abhängigkeit zu befreien sinkt, wodurch auf der anderen Seite die Selbstverantwortung immer weniger wird.

 

In der Psychologie beschreibt dies der Begriff der erlernten Hilfslosigkeit:

Martin Seligmann (US-Amerikanischer Psychologe) prägte den Begriff der „erlernten Hilflosigkeit“ und führte dazu verschiedene Versuche an Menschen und Tieren durch. Die Absicht der Versuche war die Erklärung von Depressionen, da Seligmann der Überzeugung war, dass Menschen die unter einer Depressionen litten sich in solch einem Zustand der erlernte Hilflosigkeit befinden könnten. Hierbei beschreibt die erlernte Hilflosigkeit die Erwartung eines Menschen, dass diese bestimmte Situationen oder Sachverhalten weder kontrollieren noch beeinflussen können, obwohl diese dies von außen betrachtet eigentlich könnten. Diese Hilflosigkeit resultiert aus früheren Erfahrungen wo sich diese Menschen Hilfs- und Machtlos gefühlt haben. Quelle PDF

 

Das Experiment:

Bei seiner Forschung wurde in einem Versuch Hunden Elektroschocks zugefügt. Die Hunde wurden in 3 Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe wurde durch die Betätigung eines kleinen Hebels die Möglichkeit gegeben, den Shock zu beenden. Die zweite Gruppe hatte den gleichen Versuchsaufbau, jedoch ohne die Möglichkeit etwas gegen die Shocks zu unternehmen. Eine dritte Gruppe wurde als Kontrollgruppe vorgesehen. Diese haben den gleichen Versuchsaufbau, erhalten jedoch keine Shocks.

Die Hunde der ersten Gruppe lernten mit der Zeit nach einsetzten des Shocks sofort eine Reaktion zu zeigen und den Shock zu beenden. Auch die Kontrollgruppe zeigte ohne Shocks eine Art des Vermeidungslernens, jedoch erheblich langsamer. Interessant ist nun das Ergebnis der zweiten Gruppe. Denn die zu dieser Gruppe gehörenden Hunde blieben oft lethargisch (teilnahmslos) auf dem Boden liegen und ließen die Elektroschocks über sich ergehen. Sie taten einfach Garnichts, sie resignierten. (Quelle)

 

Was bedeutet das für Dich?

Die meisten Menschen (grade in Deutschland) verlassen sich auf den Staat. Ich bin der Meinung dass es keinen Sinn macht sich bei der Altersvorsorge (und auch bei der Vorsorge allgemein) auf den Staat zu verlassen. Ich denke dass man so früh wie möglich anfangen sollte Verantwortung für sich, sein handeln und seine Finanzen zu übernehmen. Auch wenn dir ein Thema, zum Beispiel die Finanzen nicht liegen, sollte man sich damit beschäftigen (zum Beispiel hier auf meinem Blog) und sich selbst davon überzeugen, dass man es kann: Man ist selbst leider sein größter Kritiker und diesen gilt es zu überzeugen.

Vielleicht ist man selbst in einer Situation in der man sich betäubt oder nicht fähig genug fühlt. Ziel muss es sein, sich aus der Situation zu befreien und sich mit seiner Unkenntnis auseinander zu setzen und etwas dagegen zutun. Dazu passend das Titelbild. Nur wer das Steuer in die Hand nimmt kann ein Selbst bestimmtes und von Freiheit geprägtes Leben führen.

Dazu nun für dich einen 3 Schritte Aktionsplan:

 

Schritt 1: Die Erkenntinis

Als erstes muss man erkennen, dass man sich bei einem bestimmten Thema nicht fähig genug fühlt. Weiterhin muss man wirklich etwas verändern wollen. Leider gibt es Veränderung nur dann, wenn der Schmerz hoch genug ist, also wenn man mit der Situation so unzufirieden ist dass man aus seiner Haut will.

Schritt 2: Das Ziel

Es ist im Leben wichtig sich Ziele zu setzten. Jedoch setzen sich die meisten Menschen entweder so hohe Ziele, dass es sich für sie nicht lohnt los zu laufen und etwas zu verändern oder die Ziele sind so klein, dass es nicht inspirierend genug ist etwas zu tun. Außerdem setzen sich viele Menschen oft Ziele für ein Jahr. In dieses eine Jahr werden dann so viele Ziele gepackt, dass man nur verlieren und seine Ziele verfehlen kann. Wieder andere setzen sich Ziele für in 10 Jahren. Diese sind jedoch so weit weg, dass man den Fokus sehr schnell verliert und somit sein Ziel nicht mal von weitem sieht.

Wichtig ist es sich Ziele zu setzen, die schon so hoch sind, dass sie dich inspierieren. Du musst ein kribbeln im Bauch spüren. Den Drang etwas begwegen zu wollen.

Dieses Hauptziel sollte eine gewisse zeitliche Entfernung haben. Zum Beispiel bei mir die finanzielle Freiheit mit 42. Das sind von jetzt aus gesehen noch 15 Jahre.

Dann benötigt man auf jeden Fall Zwischenziele um vor sich selbst wirklich messbar zu sein und auf dem Weg Erfolgserlebnisse zu haben  In meinem Fall bieten sich Jahresziele (Vermögenshöhe) und Monatsziele (meine Sparquote) an.

Schritt 3: Das Handeln

Jeder hat sich schon einmal tolle Ziele gesetzt und davon geträumt wie es ist dieses Ziel zu erreichen. Jedoch bleiben immer wieder viele dieser Ziele auf der Strecke. Das liegt daran, dass viele nicht handeln. Ist das Ziel zu groß oder zu klein passiert nichts. Ist das Ziel zu ralitätsfremd dann bleibt man doch lieber auf der Couch liegen.

Man kann nun noch weiter hin und her Philospieren warum man sein Ziel nicht erreichen könnte, jedoch muss man sich auf das Ziel konzentrieren. Man muss sich motivieren zum Beispiel durch einen kleinen Spruch am Spiegel: „du wirst reich“ oder selbst gemaltes Bild in dem man seine Träume visualisiert hat. Wer so ein Bild einmal gemalt hat, der weiß was für eine enorme Energie durch die Verbildlichung seiner Träume frei wird.

Setz dir ein Ziel, lauf los und kontrolliere durch Zwischenziele immer ob du noch auf dem richtigen Weg bist.

 

Wenn du dich tiefer mit dem Thema der erlernten Hilflosigkeit und mit den Erkenntnissen von Martin Seligmann beschäftigen möchtest, hier kommst zu zu seinem Buch Der Glücks-Faktor: Warum Optimisten länger leben:

 

Was denkst du über das Thema Selbstverantwortung? Hast du das Steuer des Lebens schon übernommen? Was hast du für Ziele?

 


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9 Gedanken zu “Selbstverantwortung

  • wirtschaftswaise

    Schöner Beitrag! „Elernte Hilflosigkeit“ trifft es sehr gut. Bei Hartz IV ist ja bekanntlich nur noch vom fördern die Rede und nicht mehr vom fordern. Bequeme Hängematten, Pampers-Staat und Vollversorgungsmentalität allenthalben.

    Für meine Frau und mich war es bereits eine Art Befreiung, fast alle Versicherungen zu kündigen und das freiwerdende Geld in den eigenverantwortlichen Vermögensaufbau zu stecken.

    • Ric Beitragsautor

      Hallo Wirtschaftswaise,

      als ich mich das erste mal mit dem Thema der erlernen Hilflosigkeit beschäftig habe, habe ich mich gefragt, ob sich die Leute die sich Harz 4 ausgedacht haben und dieses System weiterhin so betreiben mit der erlernten Hilflosigkeit auch schon beschäftigt haben.
      Ich habe zwar kein Patentrezept, aber ich denke wenn man möchte bekommt man es auch hin, das man die Leute die in dieses Auffangnetz rutschen motiviert wieder aufzustehen. Von unserer Natur her wollen wir Menschen doch eigentlich selbstverantwortlich handeln, frei sein und das Leben selbst gestalten.

  • Eliona

    Passt vielleicht nicht hundertprozentig zu diesem Thema aber wie wäre es wenn du mal einen Artikel schreibst wo es um selbstverantwortliches Investieren geht. Also ich meine damit, dass man z.B. nur Aktien von Unternehmen kauft, die man auch unterstützen möchte. Aus diesem Grund würde ich z.B. nie Aktien von Nestlé kaufen. Und z.B. halte ich ETFs in dieser Hinsicht für beschränkt. Man hat dabei kaum Kontrolle, welches Unternehmen man im Portfolio hat. Man kann auch aus ethischen Gründen z.B. die Aktien von Rüstungskonzernen ausschließen. Oder machst du dir über die Nachhaltigkeit etc. gar keine Gedanken?

    • Ric Beitragsautor

      Hallo Eliona,

      Danke für die Anregung :-) Aktuell habe ich genau so einen Artikel in Arbeit, jedoch stehen erst noch ein paar andere Artikel auf der Liste. Aber der Artikel kommt. Versprochen 😉
      Ich bin der gleichen Meinung wie du, dass ETF´s nicht der Königsweg sind, da man dort auch die Unternehmen im Depot hat, die man nicht haben möchte, sei es wegen den ethischen Gründen, der Nachhaltigkeit oder einfach weil man das Geschäftsmodell nicht versteht oder als nicht zukunftsträchtig erachtet.

      Gruß Ric

  • Chrisi

    Hi,
    Jaja, von der Wiege bis zu Bare, der Staat macht es schon. Egal ob Harz IV oder sonstiges.
    Und wenn man sich mit Fremdwährungskredite beim Hausbauen verzockt hat, obwohl man darauf hingewiesen wurde, das der Franken steigen kann, obwohl die Nachrichten dahin gingen, das die Schweizer Notenbank sich mit aller Kraft gegen die Aufwertung stemmt und es eigentlich nur eine Frage der Zeit ist bis Sie es nicht mehr schaft, man tut nix. Und dann, grosses Jammern…und der Ruf nach den Staat, der es entweder mit Steuergelder richten soll, oder irgenteinen Dummen finden, der für meine Fehler bezahlt.
    Und am besten der Spruch: Ich kenne mich da ja nicht aus! Aber bei jedem Fernseher 5 Stunden oder mehr im Internet vergleichen und Informieren. Bei Autos ist das noch viel schlimmer. Da wird alles genaustens Recheriert. Tagelang, Monatelang. Und dann gehen sie zum Autohändler und wissen genau welche Farbe sie wollen, welches Extra und wie teuer die sind und wie man handelt. Aber wenns um Vorsorge geht? Einfach hin zur Bank, unterschreiben und nicht mal auspassen was die erzählen. Dannach recht jammern und der Staat soll helfen :-(
    mfg Chrisi