Das Geheimnis ist die Dividendensteigerung 7


Die Frage aller Fragen beim Aktienkauf ist, welche Aktie man kaufen soll und welche nicht. In diesem Beitrag geht es um die Dividendenrendite, die Dividendenkontinuität und vorallem das Dividendenwachstum, mit denen sich einfach feststellen lässt, welche Aktie auf Dauer reich macht und welche nicht.

BettinaF  / pixelio.de

BettinaF / pixelio.de

 

Dividendenrendite

Bei der Dividendenrendite handelt es sich um die Dividende im Verhältnis zum Kurs (Dividende * 100 / Kurs).

 

 

 

 

 

Grade Anfänger die in Dividenden-Aktien investieren, machen häufig den Fehler vorrangig Aktien zu kaufen, die nur eine hohe Dividendenrendite aufweisen. Dabei kann man jedoch schnell auf die Nase fallen, denn eine hohe Dividendenrendite sagt nichts über den Erfolg der Firma oder die zukünftige Entwicklung aus.

Aktuell haben Öl-Aktien zum Beispiel eine sehr hohe Dividendenrendite, da aufgrund des gefallenen Ölpreises Öl-Aktien deutlich an Wert verloren haben. Wurde die Dividende seitdem nicht gesenkt, steigt natürlich die Dividendenrendite. Jedoch ist nicht sicher, ob diese Unternehmen die Dividende auch auf Dauer in der Höhe zahlen können. Gerade konjukturabhängige Unternehmen müssen die Dividende leider immer wieder senken oder können sie nicht wie in der Vergangenheit steigern. Darum sollte man auf jeden Fall vermeiden, Aktien ausschließlich nach der Dividendenrendite auszuwählen. Die Dividendenrendite ist wichtig, ja, aber nur wenn auch andere Bedingungen erfüllt sind.

 

Dividendenkontinuität

Ein Großteil der Aktien in meinem Depot zahlen schon seit vielen Jahren eine Dividende. Manche Unternehmen zahlen sogar schon länger als 100 Jahre eine Dividende.

Eine lange Dividendengeschichte und eine hohe Kontinuität sind mir sehr wichtig und für mich in der Regel eine Grundvorraussetzung.

 

Dividendenwachstum

Das Geheimnis ist die Dividendensteigerung, denn nur wenn das jeweilige Unternehmen die Dividende jedes Jahr anhebt, kann erstens die Dividende mit dem Kurs steigen, zweitens die Inflation ausgeglichen werden und drittens für den Aktionär einen Mehrwert geschaffen werden.

Wie wichtig die Dividendensteigerung ist, zeigt ein Vergleich zwischen AT&T, die eine hohe Dividendenrendite von 5,48 % und ein Dividendenwachstum von im Durchschnitt 2,34% aufweisen und Johnson & Johnson die eine Dividendenrendite von „nur“ 2,99% haben bei einem Dividendenwachstum von 8,93 %:

Eigene Darstellung

Eigene Darstellung

Wie man erkennt, ist die Dividendenrendite von AT&T am Anfang deutlich höher, jedoch steigt die Dividende von Johnson & Johnson stärker an, so dass die Dividende von Johnson&Johnson im Jahr 10 die Dividendenrendite bezogen auf den Kaufpreis die von AT&T übersteigt. Schaut man sich an wo die Dividende aus jetztiger Sicht in 30 Jahren liegt sieht man, dass die Investition in Johnson&Johnson eine deutlich bessere ist, als in AT&T.

 

Ist das Dividendenwachstum das einzig entscheidende?

Nein, die Dividendensteigerung ist für mich sehr wichtig, trotzdem kaufe ich nicht nur das Unternehmen mit der höchsten Dividendensteigerung, sondern ich setze auf eine Diversifikation, also mehrere Unternehmen, die jedoch fast alle eine relativ hohe Dividensteigerung aufweisen. In Summe enthält mein Depot aktuell 23 Werte mit einem durchschnittlichen Dividendenwachstum von Dividendenwachstums von 10,27%.

 

Wie lässt sich das Dividendenwachstum beeinflussen?

Das Dividendenwachstum kommt durch 3 Faktoren zustande.

  • Erstens, durch die Gewinnsteigerung und durch die Erhöhung der Dividende um die Ausschüttungsquote konstant zu halten (z.B. werden immer 50 % des Gewinns ausgeschüttet)
  • Zweitens dadurch, dass die Ausschüttungsquote bei manchen Unternehmen leicht steigt. Also wenn die Gewinne nicht ausreichen, um eine Dividendenerhöhung bei gleichbleibender Ausschüttungsquote zu decken. Dieses Vorgehen geht eine gewisse Zeit gut, jedoch kann man die Ausschüttungsquote nicht ewig anheben. Diese Möglickeit der Dividendensteigerung ist die schlechteste.
  • Drittens, durch einen Aktienrückkauf. Dabei wird ein Teil der Gewinne verwendet um eingene Aktien zurück zu kaufen. Dadurch verringert sich die Anzahl der Aktien am Markt und die Dividende verteilt sich wiederum auf weniger Aktien. Die Dividende je Aktie steigt. Ein prominentes Beispiel für Aktienrückkäufe ist IBM. Hatte IBM 2010 noch 1.287 Mio. im Umlauf befindliche Aktien, so wurde die Zahl durch Aktienrückkäufe auf 1.010 im Jahr 2014 gesenkt. Quelle

 

Mein Depot

Um zu veranschaulichen, was das Dividendenwachstum an Unterschied ausmacht, habe ich für die Werte in meinem Depot eine Grafik erstellt.  Die Basis für die Grafik sind die aktuelle Dividendenrendite und die Dividendensteigerung der vergangenden 7 Jahre:

Eigene Darstellung

Eigene Darstellung

Wie man sieht, klebt die BASF und die Münchener Rück. im Gegensatz zu IBM und BlackRock quasi am Boden.

Ich habe eine Tabelle erstellt, auf denen die Grafik basiert. Hier die Tabelle:

Eigene Darstellung

Eigene Darstellung

Die Angaben über die Dividende und das Dividendenwachstum habe ich von finanzen.net und von mydividends.de.

Eine Aktie aus meinem Depot habe ich in der oben stehenden Grafik jedoch weg gelassen. Es handelt sich um Union Pacific. Warum ich sie weg gelassen habe, dass siehst du an folgender Grafik:

Eigene Darstellung

Eigene Darstellung

Das durchschnittliche Dividendenwachstum von Union Pacific der letzten 8 Jahre liegt bei gigantischen 24,67%. Durch den Zinseszins geht die Aktie ab wie geölt. Das ist der Grund, warum Warren Buffett eine Eisenbahn gekauft hat. Auderdem ist das Dividendenwachstum auch bei IBM die Erklärung dafür, dass IBM eine seiner 4 größten Positionen ist.

 

Fazit

Jetzt weißt du, warum die Dividendensteigerung so wichtig ist, warum die Dividendensteigerung langfristig wichtiger ist als die Dividendenrendite und in welche Aktien du investieren musst wenn du reich werden willst.

 

Anmerkung der Genauigkeit halber: Ich habe extreme Außreißer in der Dividendensteigerung nicht berücksichtigt, da das Ergebnis sonst nicht für einen realistischen und konservativen Ausblick in die Zukunft herhalten würde. Zum Beispiel zeigt die Zahlenreihe für fielmann eine Veränderung der Dividende in Prozent von: 39,29, 2,56, 20,00, 4,17, 8,00, 7,41, 10,34. In diesem Fall habe ich die Erhöhung im Jahr 2008 von 39,29 % nicht berücksichtigt, da diese Anhebung nach der Finanzkrise für mich einen Außreißer darstellt und für die Berechnung in die Zukunft das Ergebnis zu positiv darstellen würde.

 

Was denkst du über das Geheimnis der Dividendensteigerung und über die Dividendensteigerung der Aktien in meinem Depot?


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7 Gedanken zu “Das Geheimnis ist die Dividendensteigerung

  • Fred

    Dividendensteigerungen sind langfristig natürlich wichtiger als die aktuelle Dividendenrendite, jedoch muss ein Unternehmen dieses Dividendenwachstum auch über viele Jahre halten damit es sich lohnt in das Unternehmen mit niedriger Dividendenrendite zu investieren. Und ob J&J die nächsten 30 Jahre jedes Jahr die Dividende um fast 9% erhöhen kann wage ich doch zu beizweifeln, 5-6% halte ich auf lange Sicht doch für wahrscheinlicher. Bei AT&T halte ich hingegen die 2-3% für wahrscheinlich. Und dann müsste man noch länger als die 11 Jahre warten bis J&J auf AT&T aufgeholt hat.
    Außerdem könnte man in den ersten Jahren in denen man, wenn man in AT&T investiert statt J&J, die höhere Dividende dazu nutzen mehr Aktien nachzukaufen, als man das mit der geringeren Dividende von J&J tun könnte.
    Mögliche Kurssteigerungen sind in diesem Beispiel natürlich nicht eingerechnet und dürften langfristig bei dem Wachstumswert höher ausfallen, dafür besteht jedoch das Risiko, dass die Wachstumsraten nicht über Jahrzehnte gehalten werden können.

    J&J ist für mich auch kein typischer Wachstumswert mit geringer Dividendenrendite, eine Visa oder ähnliches hätte für mich in diesem Vergleich mehr Sinn gemacht um die Macht des Zinseszins zu demonstrieren.
    Ansonsten sehr schöner Artikel wie auch all die Anderen auf deiner Seite.

  • Sparman

    Sehr schöner Artikel. Ich frage mich nur, ob nicht das wichtige Kriterium der Gewinn (bzw. das Gewinnwachstum) ist.
    Ihn sehe ich als den Treiber eines langfristigen Dividendenwachstums die Dividende nur als Folge. Die Dividende selbst ist meiner Meinung nach dazu noch verfälschenden Einflüssen wie Willkür/Politik bei der Festlegung durch Vorstand bzw. Kurseinbrüchen ausgesetzt.

    Für mich ist der Gewinn das interessante, daher bevorzuge ich Kenngrößen wie das Shiller KGV. Freue mich gerne über eine Dikussion, warum Ihr die Dividendenrendite als primäre Zielgröße seht.

  • Gerhard

    hallo ric,also echt interessant was sich da ergibt.wenn ich die grafik sehe bereue ich nur,nicht schon vor 20 jahren damit angefangen zu haben.

  • Ric Beitragsautor

    @ Jens Winterhoff

    Danke.

    @ Fred

    Richtig, ob die Dividendensteigerungen auch in Zukunft so durchgehalten werden können ist nicht sicher. Wenn man sein Geld jedoch auf ausstreichend viele Firmen streut, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es im Durchschnitt klappt. Zudem gibt es Branchen, die über die letzten 100 Jahre den S&P 500 deutlich überschritten haben und auf der anderen Seite auch Branchen, die dauerhaft schlechter performt haben.
    Beispielsweise konnte man mit Tabak, Nahrungsmitteln, Verbrauchsgütern, Chemie und dem Gesundheitswesen langfristig deutlich mehr verdienen, als der S&P 500 gebracht hat.
    Branchen die den S&P 500 deutlich unterschritten haben waren die Stahlindustrie, Textilien oder auch der Schiffbau.
    Die höhere Dividende könnte man investieren, somit wäre der Break even nicht bei 11 Jahren sondern später. Das stimmt.

    @ Sparman

    Freut mich, dass dir der Artikel gefällt. Um steigende Dividenden durchzuhalten ist die Steigerung des Gewinns die Grundvoraussetzung! Ohne Gewinn gibt es keine Dividende und erst reicht keine Dividendensteigerung. Ich stimme dir vollkommen zu. Trotz alledem ist für mich die Dividende und vor allem die Dividendensteigerung entscheidend, da ich in Zukunft von der Dividende leben möchte. Der Gewinn ist die Basis, aber die Dividende das worauf es mir ankommt.

    Es kann sein, dass die Dividende wie du sagst durch den Vorstand oder die Politik beeinflusst wird. Grade in Amerika leben jedoch viele Menschen direkt oder indirekt (Pensionsfonds) von der Dividende. Zudem sind genau diese Anleger auch die größten Aktionäre. Will der Vorstand seinen Job behalten, sollte er besser dafür sorgen, dass die Dividende nicht gekürzt wird. Das ist sein Job. Der Vorstand muss langfristig denken, die Risiken gering halten und den Gewinn nachhaltig und dauerhaft steigern um die Dividende auch in Zukunft zahlen zu können. Aus dem Grund gibt es grade in Amerika so viele Unternehmen die schon seit über 25 Jahren eine Dividende zahlen.

    @ Gerhard

    Ich ärgere mich auch immer wieder, dass ich nicht schon früher eingestiegen bin, sondern so viel Geld für aus heutiger Sicht Belanglosigkeiten ausgegeben habe. Aber die Vergangenheit können wir nicht ändern. Wir können uns ärgern und hadern, aber das Ergebnis ändert sich nicht. Es ist nie zu spät. Ich versuche darum, so viel wie möglich in meine Aktien zu investieren um die Zeit wieder aufzuholen 😉

    Viele Grüße an alle :-)

  • Chrisi

    Hi,
    Es ist für mich zwar ein „waswärewenn“-Artikel, da ich mir die Firmen nicht so genau angeguckt habe, aber das war ein riesiger „WOW“ Efekt dabei. Alleine die Dividendensteigerung wäre der Hammer. Aber es wäre auch interessant, wieviel die Firmen mit dem Geld machen, wenn sie es nicht ausschütten. Alles hat so seine Vor- und Nachteile.
    lg Chrisi

  • Pascal

    Hi Ric, eine schöne Grafik, die leider nur den absolut- Zustand der Dividendenrendite Berücksichtigt. So sieht es natürlich so aus, als wenn die Steigerung tatsächlich wichtiger wäre, was jedoch nicht immer der Fall ist. Der entscheidende Faktor ist die Haltedauer. Erst ab einer Haltedauer von ca. 30 Jahren ist die Steigerung der ausschlaggebende Punkt, bis dahin ist/war die Höhere „Anfangsdividende“ Entscheidend. Und 30 Jahre ist ein Extrem langer Anlagehorizont, wer weiß ob den jeder Anleger überhaupt erlebt. Deshalb solltest du dein Rechenbeispiel anpassen und die bereits erhaltene Dividende einkalkulieren. Dazu ein kleines Beispiel:
    Zwei Aktien A und B kosten beide 100€. Gesellschaft A zahlt 1% Dividende und steigert diese Jährlich um 20%. Gesellschaft B zahlt 4% Dividende und steigert diese nur um 10%. Beide Aktien hält man 20 Jahre, durch welche Gesellschaft hat man mehr Dividende bekommen?
    Richtig, die Gesellschaft B mit nur halb so großer Steigerung aber Hoher Anfangsrendite hat 40€ pro Aktie mehr an mich Ausgeschüttet. Auf den Einstiegsbetrag gerechnet sind das 40% mehr Rendite! Hätte man die Dividende wieder Reinvestiert wäre der Effekt noch größer. Natürlich überholt Aktie A irgendwann Aktie B aber eine Haltedauer von über 25- 30 Jahren kann und sollte man nicht planen, da spielen dann zu viele Faktoren wie die eigene Lebenserwartung eine Rolle.
    Alles in Allem: Eine schöne Grafik, die leider die Realität etwas dahin verzerrt, wo du sie gern hättest.
    MfG