Bundesregierung ruft zur privaten Renten-Vorsorge auf 5


Es ist soweit. Selbst unsere Bundesregierung gibt zu, dass die gestzliche Rente nicht ausreichen wird und wir auf uns selbst gestellt sind.reichstag-324956_640

 

 

Sind wir verlassen?

Unsere Bundesregierung hat heute im Alterssicherungsbericht 2016 offiziell verkündet, dass Altersarmut in Deutschland zum Problem werden wird.

 

 

 

 

 

So gaben knapp 30% an, überhaut keine weitere Vorsorge zu der gesetzlichen Rente zu betreiben. Bei den Menschen, die ein Einkommen unter 1.500 EUR haben, sind es sogar 47% von denen 3/4 Frauen sind. Das Problem trifft vorallem Geringverdiener.

Wenn man sich heutige Renter anschaut die an Rente nur noch 47% ihres letzen netto Einommens erhalten fragt man sich, wie man davon überhaupt leben kann. Spannend ist dann eine Aussage des Minesteriums für Arbeit und Soziales, nachdem das Rentenniveau weiter fallen wird bis zu 41,6% im Jahr 2045. Quelle

Faktisch bescheinigt sich unsere Regierung damit, dass sie in den letzten Jahren und Jahrzehnten die falsche Politik betrieben hat, denn wie sagte Norbert Blüm im Jahr 1986: „Die Rente ist sicher“, was er am 10.10.1997 sogar noch wiederholte.

 

Die Lösung?

Laut dem Alterssicherungsbericht verfügen 70,4 % über eine zusätzliche Vorsorge und hiervorn 33,8% über einen Riester-Vertrag sowie 20,4% zusätzlich über eine betriebliche Vorsorge. Die ofizielle Aussage des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist, dass man mit einem Riestervertrag privat vorsorgen soll. Quelle

Das ist also neben der betrieblichen Vorsorge die einzige Möglichkeit die uns der Staat empfiehlt?

Eines der Probleme von Riester ist jedoch, dass der Garantiezins bei Riester-Verträgen aufgrund der niedrigen Zinsen auf nur noch 1,25% gesenkt wurde und dank der niedrigen Zinsen wohl noch weiter sinken wird. Quelle

 

Ein kurzer Exkurs zur Riester-Rente:

Um den Rat der Bundesregierung zu bewerten schauen wir uns doch einmal kurz an, was die Riester Rente ist und wie sie Funktioniert.

Die Riester-Rente ist eine durch staatliche Zulagen und durch Sonderausgabenabzugsmöglichkeiten geförderte, privat finanzierte Rente in Deutschland.

Die Riester-Rente geht auf Walter Riester, dem ehemaligen Bundesminister für Arbeit und Soziales (1998-2002) zurück, der sagte: „Mit der kapitalgedeckten Rente werden wir das Rentenniveau insgesamt dauerhaft angeben“.  Einen etwas bitteren Beigeschmack bekommt die Riester-Rente, wenn man betrachtet, dass Walter Riester beispielsweise im Jahr 2008 mindestens 180.000 EUR zusätzlich zu seinem Bundestagsmandat hinzverdiente. Vorallem von großen Finanzdienstleistern wie der AWD die genau diese Riester-Verträge anbieten. Zudem ist Walter Riester nach seinem Bundestagsmandat im Jahr 2009 in die Privatwirtschaft gewechselt und zwar in den Aufsichtsrat von Union Investment, dem größten Anbeiter von Riester-Renten-Verträgen. Quelle. Nicht weiter überraschend, aber auch eine Aussage ist, dass Walter Riester selbst keinen Riester-Vertrag besitzt. Quelle

Die Riester-Rente selbst wird über Banken oder Versicherungen angeboten. Versicherungen sind private Unternehmen, die anders als der Staat mit der Absicht handeln möglichst große Gewinne zu erziehlen. Bei Versicherungsprodukten wettet man quasi gegen die Versicherung, dass man durch einen Schaden oder Anspruch mehr herausbekommen als eingezahlt wurde. Dadurch das auch bei einem Riester-Vertrag gegen eine Versicherung „gewettet“ wird und diese mit dem schlimmsten Fall rechnet, müsste man wirklich „Steinalt“ werden bis sich ein Riester-Vertag lohnt. Dr. Klaus Jaeger (emeritierter Professor für Wirtschafstheorie an der Freien Universität Berlin) führte dazu eine Rechnung durch. Ein heute 30-Jähriger Mann muss mindestens 92 Jahre alt werden, um seine eingezahlten Beiträge samt Zinsen zurückzubekommen. Quelle

Die Allianz geht weiter, so gab der Allianz-Chef persönlich in einem Interview zu, dass das Versicherungsunternehmen bei der Riester-Rente mit einer Lebenserwartung von 102 Jahren rechne. Quelle

 

7 Probleme der Riester-Rente

1.) Wenn man stirbt möchte man sein Vermögen gerne an seine Hinterbliebenen weitervererben. Bei der Riester-Rente ist dies jedoch nur eingeschränkt möglich. So darf man beispielsweise an seinen Ehepartner vererben. Vererbt man den Rieser-Vertrag an seine Kinder und sie beziehen kein Kindergeld mehr, müssen alle Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden. Dies gilt aber auch nur dann, wenn im Vertrag die sogenannte „förderungsschädliche Übertragung“ vorgesehen ist. Wenn das nicht der Fall ist, dann gehen alle Hinterblibenen leer aus Quelle

2.) War man eine Zeit beschäftigungslos oder ist man ein Geringverdiener lohnt die Riester-Rente nicht, da im Alter alle Einkünfte mit der Grundsicherung verrechnet werden und man somit am Ende nicht mehr hat, als hätte man nicht in die Riester-Rente eingezahlt.

3.) Im Kleingedruckten kann man lesen wie hoch die Provisionssätze für den Vertrieb für Riester-Verträge sind und wie hoch die laufenden Kosten. Im Schnitt verdient der Vermittler zwischen 1.100 EUR bis 2.000 EUR an einem Riester-Vertrag. Dazu kommen bis zu 0,5% jährliche Bestandsprovisionen.

4.) Weiterhin kommen die Gebühren von den Versicherungen hinzu. In manchen Fällen liegen laut Ökotest die Gebühren sogar über den staatlichen Zulagen. Dies erklärt, warum die Riester-Verträge in den Medien so hochgejubelt werden. Dort wo eine Versicherung viel verdient sorgt deren Lobby dafür, dass auch viel davon gekauft wird.

5.) Die Zeitschrift Ökotest hat für die Juni Ausgabe 2013 144 Riester-Verträge von 30 Versicherungen getestet. Dabei hat kein einziges Angebot die gesamten Kosten in einer Summe ausgewiesen. Weiterhin seien die Angaben „derartig verwirrend, dass nicht einmal Fachleute eine Chance hätten, daraus die tatsächlichen, von den Versicherten zu zahlenden Kosten zu errechnen“.

6.) Muss man zwischenzeitlich an sein Geld, ist dies bei Riester nicht vorgesehen. Man muss den Vertrag kündigen und muss hierbei hohe Verluste in kauf nehmen

7.) Das grundsätzliche Problem ist jedoch wie bereits weiter oben genannt, der niedrige Zins. Wenn es nur 1,25% an Zinsen gibt, kann man sein Geld lieber unter das Kopfkissen legen oder in Gold investieren. Hier ist man Herr über das eigene Geld, kann alles Vererben und muss sich nicht mit Versicherungen auseinandersetzen die im Zweifel lieber nicht zahlen.

 

Besser machen

Wie man sein Geld besser investieren kann, vollen Zugriff auf sein Geld behält und auch noch eine höhere Rendite erwirtschaftet erfährst du in meinen Beiträgen das Geheimnis ist die Dividendensteigerung, die Dividenden steigen immer weiter oder wann ist der richtige Zeitpunkt um an der Börse zu investieren.

 

Was denkst du über das Eingeständnis der Bundesregierung und ihrer Rieser-Lösung?


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5 Gedanken zu “Bundesregierung ruft zur privaten Renten-Vorsorge auf

  • Michi

    Das Problem unserer Regierung ist nicht die Einnahmenseite, sondern die Ausgabenseite. Letztes Jahr wurden Rekordsteuereinnahmen erzielt und man schafft im Haushalt dann gerade mal so eine schwarze Null.
    Kein Abbau der Staatsschulden, keine Verbesserung der Rentenrücklagen, nichts.
    Bei den Ausgaben wird verschleudert was geht. Angefangen von unsinnigen, nie fertig werdenden Projekten, über viel zu hohe Diäten der Politiker, unvergleichsmäßig hohe Beamtenpensionen, Eurorettungspolitik Griechenland (hauptsächlich für Banken) und extrem hohe und wohl nie endende Kosten der größtenteils unrechtmäßigen Flüchtlingsgeschichte.
    Auch Steuern anheben wird keine Verbesserung der Rentensituation bringen, weil unsere Politiker die Ausgabenseite einfach nie in Griff bekommen (wollen).

    • Chrisi

      Wenn man das liest kann man denken wir kommen aus dem selben Land. Dabei sind wir nur Nachbarn. Bei Euch sind die Politiker auch so doof wie bei mir!

  • Marco

    Hallo, gleichzeitig überstürzt die Regierung nicht die Dividend/Aktien sparrer. Ich bin gespannt was die Abschaffung der Abgeltungssteuer uns kleine sparrer bringt.

  • htrader079

    Ich finde unsere Bundesregierung sollte sich am Beispiel von Norwegen orientieren und einen Staatsfonds einrichten, der weltweit und mit mäßigem Risiko in verschiedene Assets investiert. So könnte man mit der Zeit etwas aufbauen und später daraus zu niedrige Renten aufstocken bzw. eine Pauschale auszahlen. Das wären in meinen Augen um einiges sinnvoller, als ständig halb durchdachte Lösungen anzubieten, die sich bei näherer Betrachtung als Luftnummer erweisen.

    just my 2 cents….

    • Ric Beitragsautor

      Hallo htrader079,

      das Problem ist, dass Norwegen große Öl- und Gasvorkommen hat und einen Überschuss generiert hat, den sie in einen Staatsfonds investierten.
      Aufgrund des niedrigen Ölpreises hat sich das allerdings geändert.

      Deutschland hat keine nennenswerten Einnahmen aus der Rohstoffförderung, die es in einen Staatsfonds investieren könnte.
      Grundsätzlich ist ein Staatsfonds allerdings eine tolle Idee!

      Viele Grüße
      Ric